#BTW13 Geschichten am Rande I: Bockhahn (Die LINKE)

Nachdem der erste Rauch verzogen ist und der Bundestag der 18. Legislaturperiode Gestalt annimmt, wird es schon aus reiner ‚Chronoblogistenpflicht‘ (Danke @davidermes ;))   Zeit für ein paar Geschichten am Rande. Geschichten über verlorene & gewonnene Mandate und über überraschende Ergebnisse. Dabei geht es weniger um die Geschichten, die jeder kennt (also weniger um die FDP), sondern um ein paar kleinere Stories, die mir persönlich aufgefallen sind.  Beginnen möchte ich mit einem Politiker der LINKEN, der sein Mandat verloren hat. 

Ich war ziemlich erstaunt, als ich gesehen habe, dass bei der LINKEN der Haushaltspolitiker Steffen Bockhahn (@derrostocker) nicht mehr im Bundestag vertreten ist.

Bockhahn war zuständig für den Haushalt des Famlilienministeriums. Ein relativ junger Abgeordneter (BJ 78), in meinen Augen natürlich mucho mucho zu links und nicht begreifen wollend, was diese Bundesregierung alles Gutes tut, aber eben auch ein MdB mit einem großen Pluspunkt: Er war ehrlich und er hat das gemacht, was er gesagt hat. Deshalb: Wenn die LINKE schon im Bundestag sitzen muss, ist es schade, dass er nicht mehr dabei ist.  

Wie kam es dazu? Bockhahn hatte sich nämlich durchaus einen Namen gemacht und er war daher auch wenig überraschend derjenige MdB der LINKEN mit dem besten Erststimmen-Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern. Trotzdem fiel er raus; ein wurde  „Opfer“ der Frauenquote (wenn er das sicherlich niemals selbst so sagen geschweige denn sehen würde).  

Zu den Zahlen:

2009 wurde er im WK 014 (Rostock) mit 32,3% direkt gewählt, 2013 kam er immer noch auf 30,7% was in absoluten Stimmen sogar mehr als 2009 war, unterlag aber dem dortigen CDU-Kandidaten Peter Stein, der auf 35% kam.

Bockhahn bekam damit zwar, wie gesagt,  das beste Erststimmenergebnis seiner Partei in MV. Aber das brachte ihm nichts. Denn: Auch über die Landesliste konnte er nicht einziehen. Hier stand er nur auf Platz vier.  Platz eins bekam, was nachvollziehbar ist, Dietmar Bartsch. Platz zwei und drei mussten jedoch an Frauen gehen, denn bei der LINKEN die Regel, dass unter den ersten drei Plätzen nur ein Mann sein darf. So heißt es in § 10 Absatz V der Bundessatzung der Linken mit der Überschrift „Geschlechterdemokratie“ in Satz 2:

„Bei Wahlvorschlaglisten sind einer der beiden ersten Listenplätze und im Folgenden die ungeraden Listenplätze Frauen vorbehalten, soweit Bewerberinnen zur Verfügung stehen.“

Die ersten drei Listenplätze zogen. In den Bundestag kam damit nicht Steffen Bockhahn, sondern Kerstin Kassner, die Platz 3 der Liste bekam. Kassner wiederum trat an in einem der bekanntesten Wahlkreise Deutschlands: Im Wahlkreis von Dr. Angela Merkel. Merkel kam auf 56,2%, Kassner auf 19,3% – was zugleich das schlechteste Erststimmenergebnis der Linken in MV war.

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